Die globalen Folgen des Fleischkonsums
Regenwald Deutschland importiert 6,8 Millionen Tonnen Soja jährlich – davon etwa die Hälfte aus Brasilien. In Brasilien sind bereits 1,2 Millionen Hektar ehemaliger Regenwald-Flächen mit Soja-Feldern überzogen. Riesige Mengen Futtergetreide werden auf den Flächen brandgerodeter Regenwälder angebaut und in die Industrienationen importiert. Allein in Mittelamerika wurden in den letzten 40 Jahren 40% des Regenwaldes vernichtet, um dort unter anderem Futtermittel anbauen zu können, welche hauptsächlich in den Industrienationen zur Fleischherstellung verfüttert werden. Die Folgen sind die Zerstörung der „grünen Lunge“ unseres Planeten und damit verbundene Klimakatastrophen, der Tod vieler Tiere und die Ausrottung von Tierarten, bis zur Vertreibung einheimischer Stämme aus ihrer Heimat und Verbrechen wie Sklaverei und Landaneignung der großen Sojaindustriellen vor Ort. Trinkwasser Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zur Erzeugung von nur 1 kg Fleisch werden je nach Tierart und Berechnungsverfahren 3.500 bis 32.000 Liter Wasser verbraucht - ein Vielfaches mehr als für Getreide oder Gemüse. Mit derselben Menge Wasser können dadurch mehr Menschen ernährt werden. Die Wissenschaftler der jährlich stattfindenden ‚World Water Week’ in Stockholm bezeichnen die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten daher als nicht nachhaltig. Der „Spiegel“ betitelt seinen Bericht über die ‚World Water Week’ treffend mit „Wassernot durch Steaks“ und zitiert den Wasserexperten Frank Rijsberman: „Die effektivste Methode, Wasser zu sparen, ist der Verzicht auf Fleisch“. Eine mittlere Schweinemästerei erzeugt so viele Exkremente wie eine 10.000 Einwohner-Stadt, die aber nicht in Kläranlagen gereinigt, sondern auf Feldern ausgebracht werden. Die Gülle aus der Tierproduktion sickert in die Böden und vergiftet unser Grundwasser u.a. mit Phosphaten und Nitraten.
Saurer Regen und Waldsterben Die auf den Feldern ausgebrachte Gülle versickert nicht nur in die Böden, von ihr entweichen auch gefährliche Gase in unsere Atmosphäre. Das niederländische Institut für Gesundheit und Umweltschutz stellte fest: „Das Nitrat aus der Gülle entweicht auch als Ammoniakgas in die Luft; es ist ein Umweltgift, das sog. Sauren Regen und andere säurehaltige Ablagerungen hervorruft. In Holland stammt der größte Teil der Niederschläge von den Ammoniakgasen aus den Kuhställen. Sie schaden dem Land mehr als alle Automobile und Fabriken.“ Stickstoff in Form von Ammoniak, der heute als hautverantwortlich für das Waldsterben gilt, wird zu 85% durch Emissionen der Tierhaltungen verursacht. Die Untersuchungskommission des Deutschen Bundestages stellte bereits 1992 fest, dass die Ammoniak-Emissionen „zu 90% der Landwirtschaft und hier zu 80% der Tierhaltung zuzuordnen“ sind.
Die weltweite Viehwirtschaft verursacht neben CO2 auch viele andere Gase, deren Treibhauswirksamkeit viel höher ist als CO2 und die nur langsamer in der Atmosphäre abgebaut werden können. Das stellten die Vereinten Nationen in ihrem dritten Teil zum Weltklimabericht heraus. So ist die Viehzucht für 65% der weltweiten Stickoxidemissionen (NO ist 296-mal so schädlich wie CO2), 37% der Gesamtmethanproduktion (23-mal schädlicher als CO2) und 64% der gesamten Ammoniakproduktion verantwortlich, die ihrerseits weitere Methan- und Lachgasemissionen, sauren Regen und Nitrat im Grundwasser verursacht. Die belgische Stadt Gent hat aus diesen Gründen als erste Stadt einen vegetarischen Tag pro Woche ausgerufen, an dem öffentliche Küchen und Kantinen ausschließlich rein vegetarisches anbieten und Restaurants um tierfreie Speisekarten gebeten werden. Selbst die EU-Kommission publiziert zum Klimawandel folgenden einfachen Tipp: „Essen Sie Gemüse! Die Fleischproduktion ist sowohl CO2-, als auch methanintensiv und erfordert große Mengen Wasser.“
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