Produktionseinheit Milchkuh
Eine Kuh gibt nicht von allein Milch. Wie alle Säugetiere muss sie dazu erst ein Kind bekommen, das in der Regel unmittelbar nach der Geburt von ihr getrennt wird. Die männlichen Kälber erwartet die Kälber- oder Rindermast und ein früher Tod im Schlachthof, während den weiblichen Tieren eine Zukunft als Milchkuh bevorsteht. Die meisten Kühe verbringen ihr Leben als Produktionseinheit auf rutschigen Spaltenböden im Stall, ohne als Milchkuh jemals eine grüne Wiese zu sehen. Durch die unnormale Milchleistung, auf die sie gezüchtet wurden, leiden diese „Hochleistungskühe“ an verschiedensten Krankheiten wie Euterentzündungen, Bein- und Klauenkrankheiten. Die Milchproduktion weist einen enormen Verschleiß an Tieren auf. Nach fünf bis sechs Jahren und einigen Schwangerschaften sind die Milchkühe „verbraucht“. Unter normalen Umständen kann eine Kuh über 20 Jahre alt werden.
Bio als Lösung?
Glückliche Biokühe auf grüner Wiese sind die Idealvorstellung des Vegetariers, der beim Einkauf penibel auf Produkte aus vermeintlich „artgerechter“ Tierhaltung achtet. Ein Blick nach Bayern verschafft Aufklärung: in 900 bayrischen Biobetrieben leben die Milchkühe in Anbindehaltung – und das ganz legal
Gesunde Milch?
Die Milch verdankt ihren guten Ruf einer Laboranalyse, in der ihr hoher Eiweiß- und Kalziumgehalt festgestellt wurde. Was allerdings nichts darüber aussagt, ob Milch gesund für Menschen ist. Ein hoher Kalziumgehalt allein ist kein Garant für ein „gesundes Lebensmittel“. Im Laufe der Verarbeitung verliert die Milch immer mehr Ähnlichkeit mit ihrem Rohzustand. Die enthaltenen Vitamine gehen durch die Erhitzung der Milch, die Pasteurisierung, in unterschiedlichem Ausmaß verloren. Wird Milch ultrahocherhitzt, denaturiert das enthaltene Eiweiß dabei zu 50-90 Prozent. Diese Milch ist zwar keimfrei, aber ernährungsphysiologisch nicht wertvoll. Milch ist zwar eine Kalziumquelle, aber lange nicht die beste. Eine Ernährung mit vielen tierischen Proteinen begünstigt die Kalziumausscheidung, so dass man mit Milch und Milchprodukten zwar zuerst einmal Kalzium aufnimmt, dieses aber durch den Milchkonsum wieder vom Körper ausgeschieden wird. Grünes Blattgemüse, Samen und Nüsse, Sojabohnen, Tofu und auch hartes Leitungswasser enthalten Kalzium - dieses kann mindestens genauso gut oder sogar noch besser vom Körper aufgenommen werden. In den westlichen Industrieländern, in denen viel Milch und Milchprodukte konsumiert werden, gibt es mehr Osteoporosekranke als irgendwo sonst auf der Welt. Zahlreiche Krankheiten werden mit dem Milchkonsum in Zusammenhang gebracht. Dazu gehören unter anderem Asthma, Neurodermitis, Morbus Crohn, Akne, Diabetes, Blasen- und Nierensteine, Migräne, Brust- und Prostatakrebs, Fettleibigkeit sowie Herz- und Lebererkrankungen. Mehr Details zur gesundheitsschädlichen Wirkung von Milch auf ausgemolken.net.
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Wissenswertes |
Laktoseintoleranz:
keine Krankheit
Bei einer Laktoseintoleranz (auch Milchzuckerunverträglichkeit genannt), ist der Körper nicht in der Lage, Laktose zu verdauen. Grund dafür ist eine fehlende oder geringe Produktion des Verdauungsenzyms Laktase. Laktase wird von allen Säugetieren während der Stillzeit gebildet, danach geht die Laktaseproduktion auf ein Minimum, da der Körper diese Fähigkeit nicht mehr benötigt. Etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung sind laktoseintolerant – wobei die Intoleranz keine Krankheit, sondern ein ganz natürlicher Vorgang ist. Nur ein Teil der Angehörigen einiger Populationen - von Völkern, die seit Tausenden von Jahren Milchwirtschaft betreiben - entwickelt auch im Erwachsenenalter genug Laktase, um Milchzucker verdauen zu können. In Deutschland haben etwa 15-25% der Bevölkerung eine Laktoseintoleranz. In Südostasien sind 98% aller Menschen nicht in der Lage, Laktose zu verdauen, in China 94%. Selbst in einzelnen Ländern ist die Laktoseunverträglichkeit sehr unterschiedlich ausgeprägt: während sie nur bei 17 Prozent der Nordfranzosen vorhanden ist, liegt der Anteil der in Südfrankreich lebenden Menschen bei 65%. Der Konsum von Milchprodukten und in Fertigprodukten enthaltenem Milchzucker verursacht bei Menschen mit Laktoseintoleranz Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
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